Programme


Filmprojekte

In Kooperation mit der Europäischen Filmphilharmonie Berlin haben wir unser Repertoire durch zwei Stummfilme erweitert: mit "The Lodger" schuf Alfred Hitchcock seinen ersten "richtigen" und erfolgreichen Hitchcock-Krimi und in "Abwege" zeichnete Georg Pabst ein Gesellschaftsbild im Berlin der 20er Jahre, welches bestimmt ist von der Sucht nach Leben.

Weitere Filme auf Anfrage, z.B. Die Büchse der Pandora (Regie: G.W. Pabst, 1928 / Musik: Peer Raben, 1997), vier Alice-Filme (Regie: Walt Disney / Musik: Paul Dessau)

Alfred Hitchcock: The Lodger

Alfred Hitchcock
The Lodger: A Story of the London Fog

Grossbritannien 1926, Thriller

Mit "The Lodger" schuf Alfred Hitchcock den ersten richtigen Hitchcock-Krimi. Die Geschichte des unschuldig verfolgten Helden, die konzentrierten visuellen Mittel, die genauestens kalkuliert die notwendige Spannung schaffen, sadomistisch lustvolles Leiden auf Seiten der Helden, die blonde Heldin – ­all dies macht den Film unverwechselbar zu einem echten "Hitchcock".

"The Lodger" wurde für Hitchcock 1926 zum ersten großen Erfolg sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern. Außerdem absolvierte der Regisseur hier erstmals einen seiner berühmten Cameo-­Auftritte.

Ein psychopatischer Frauenmörder versetzt London in Angst und Schrecken: jeden Dienstag sucht er sich ein blondes Opfer, und jedes Mal findet die Polizei bei der Leiche einen kleinen Zettel, auf dem der Mörder seine Tat mit “The Avenger" (Der Rächer) signiert. Zur selben Zeit zieht ein mysteriöser Mann als Untermieter bei einer Familie ein. Er zeigt ein besonderes Interesse an Daisy, der jungen blondhaarigen Tochter seiner Vermieter. Ein weiterer Mord passiert, ganz in der Nähe des Hauses: die Jagd auf den Mörder beginnt.

Text: Europäische Film Philharmonie
Musik: Joby Talbot (1999)


Georg Wilhelm Pabst: Abwege Georg Wilhelm Pabst: Abwege

Georg Wilhelm Pabst
Abwege

Deutschland 1928, Drama

Entgegen allem Anschein geht es in Abwege nicht um die Ausleuchtung einer Ehekrise, sondern um den Schein –­ nicht um das Sein. Das erste Bild von Irene (Brigitte Helm), der Frau zwischen zwei Männern, ist eine Zeichnung, die ihr Verehrer von ihr fertigt. Sie posiert und er konstruiert sie nach seinen Vorlieben. Es herrscht ein Klima der Verführung, der Sucht nach Leben im Berlin der 20er Jahre. Georg Wilhelm Pabst führt in meisterhafter Distanz eine Gesellschaft des Scheins vor, in der das eigene Bild zum Tausch- und Handelsobjekt wird, in der die zum Fetisch gewordenen Objekte des Blicks zu barer Münze gemacht werden. Es herrscht ein Klima der Promiskuität, Erotik ist ein Mittel gegen die Langeweile wie Zigaretten, Alkohol oder Opium. Auffällig ist, wie oft im Film Geld zu sehen ist. Man hat die Gesetzte des Marktes verinnerlicht. Ein Film aus dem Jahre 1928, der heute noch sehr modern wirkt.

Text: Europäische Film Philharmonie
Musik: Elena Kats-Chemin (1999)